Marketing- und HR-KI-Tools

HR- und Marketing-KI-Tools – Tipps, Best Practices und kritische Analyse

02.06.2025
Lesezeit: 8 Min

ChatGPT – dein Freund und Begleiter, in allen Bereichen des Lebens. Seit dem Release 2022 ist das KI-Tool nicht mehr wegzudenken. Aber ChatGPT hat mittlerweile große Konkurrenz bekommen, gerade von HR- und Marketing-Tools. So setzen laut dem Statistischen Bundesamt bereits 20% der Unternehmen KI in verschiedensten Bereichen ein. Damit Chancen nicht zu Herausforderungen werden, sollten auch Sie sich mit dem Thema KI beschäftigen. Für die ersten Schritte bekommen Sie HR-und Marketing-KI-Tools für Ihr tägliches Doing und Anwendungstipps an die Hand. Was Sie dabei beachten müssen? Der Blogartikel verrät es Ihnen.

KI-Marketing-Tools: Kreativität neu definiert

Die Integration künstlicher Intelligenz hat die Arbeitsweise von Marketingabteilungen bereits jetzt verändert. Prozesse, die früher zeitaufwändig und manuell waren, werden heute durch intelligente Systeme optimiert – nicht um Menschen zu ersetzen, sondern um ihr volles kreatives Potenzial freizusetzen.

Stellen Sie sich vor, alle Kund:innen erhalten genau die Werbebotschaft, die für sie relevant ist – zur optimalen Zeit auf dem bevorzugten Kanal. KI macht es möglich, indem sie Kund:innen-Verhalten analysiert und vorhersagt, was zu höheren Engagement-Raten und besserem ROI führt.

Im kreativen Bereich eröffnen KI-Tools wie Gemini, ChatGPT, Claude, Visual Electric, Sora oder Suno (und viele mehr…) neue Horizonte. Sie dienen als unermüdliche Begleiter und unterstützen uns bei der schnellen Erstellung von Anzeigenmotiven, Social-Media-Posts, Texten, Musik und sogar Videos.

Inhalte können dadurch schnell und kostengünstig erstellt werden. Aber welche Tools können Sie neben den Basics einsetzen?

KI-Bildgenerator: Visual Electric

Mit dem Bildgenerator Visual Electric lassen sich innerhalb weniger Stunden so viele verschiedene Motive generieren – früher hätte ein Team dafür Tage gebraucht. Die Funktionen sind dabei vielseitig: Es ermöglicht die schnelle und intuitive Erstellung von Bildideen durch einfache Prompts. Diese können Sie direkt in ansprechende Moodboards packen. Dabei ist die stilistische Steuerung eins der zentralen Elemente, denn die Benutzeroberfläche bietet zahlreiche Möglichkeiten, um Bildstil, Komposition und Stimmung gezielt zu beeinflussen. Das Ergebnis: Teams haben mehr Zeit, erfolgreiche Konzepte zu verfeinern und weiterzuentwickeln.

Das Manko: Für wirklich große Druckdaten ist die Qualität der meisten Bildgeneratoren noch nicht ausreichend. Aber vielleicht ändert sich das schon bald, wer weiß?

KI-Video-Tool: Descript

Mit Tools wie Descript können Videos nicht nur im Transkript geschnitten werden, sondern es lässt sich sogar Augenkontakt herstellen und fehlerhaft ausgesprochene Wörter mit der passenden Stimme korrigieren. Die Nachbearbeitung von Videoinhalten wird dadurch erheblich effizienter.

KI-Recherche-Tools: Manus, Gemini und ChatGPT

Mit KI-Agenten, wie Manus beziehungsweise den Deep Reserach Funktionen von Gemini, ChatGPT etc., lassen sich Recherchen, die sonst Stunden dauern würden, in Minuten durchführen. Aber auch die Auswertung von Kennzahlen und die Erstellung einer Visualisierung daraus funktioniert wirklich gut, denn Datenanalyse und Mustererkennung sind schließlich das „Steckenpferd“ von KIs. Es ist nur sehr wichtig zu erwähnen: KIs machen auch Fehler, sogenannte „Halluzinationen“ – und vertreten diese sehr selbstbewusst. Also überprüfen Sie die Ergebnisse immer, bevor Sie sie verwenden. 

KI-Programmierer-Tool: Cursor und Codepen

Mit Cursor oder anderen Coding Agenten können Menschen, die vorher noch nie programmiert haben, eigenen Code generieren und zum Beispiel bei Codepen testen, welche Ausgabe dieser im Front End erzeugt. Viele Websiteanbieter, unter anderem Ionos, nutzen ebenfalls KI, sodass Nutzer:innen von der schnellen Websiteerstellung profitieren können.

HR-KI-Tools: Humane Intelligenz trifft Künstliche Intelligenz

Ähnlich transformativ wirkt KI im HR-Bereich, wo sie repetitive Aufgaben übernimmt und gleichzeitig die Qualität der Personalarbeit auf ein neues Level hebt. So verändert KI die Weise, wie Unternehmen Mitarbeiter:innen gewinnen, binden und weiterentwickeln – von der automatisierten Bewerber:innen-Auswahl über KI-generierte Stellenbeschreibungen bis hin zu Predictive Analytics. Trotzdem nutzen laut einer ifo Konjunkturumfrage nur 5% der Unternehmen in Deutschland KI im HR-Bereich. Das können Sie ändern. Sie sind SAP-Anwender:in? Dann nutzen Sie SAP-KI-Tools. Sie sind kein SAP-Anwender? Dann haben wir auch passende HR-KI-Tools für Sie. Hier gibt’s unsere Empfehlungen auf einen Blick:

SAP-KI-Copilot: SAP Joule

Joule, SAPs KI-Copilot, vereinfacht die Interaktion mit SAP-Systemen durch natürliche Sprache. Als zentraler KI-Assistent für SAP-Cloud-Lösungen ermöglicht es durch die Kombination von LLMs (Large Language Models) und SAP-Geschäftskontext Nutzer:innen von überall aus (z. B. SAP S/4HANA Cloud oder SAP SuccessFactors) Fragen zu stellen und Informationen abzurufen. Dabei bietet SAP Joule vier Interaktionsmuster:

Das HR-KI-Tool ist in Cloud-Lösungen vorkonfiguriert und nativ integriert. Es ist derzeit in SAP SuccessFactors und SAP S/4HANA Cloud (Public und Private Edition) verfügbar, wird jedoch aktuell nicht für On-Premise-Systeme angeboten. 

SAP-KI-Werkzeugkasten: SAP AI Foundation

Im Gegensatz zu SAP Joule ist SAP AI Foundation nicht fest eingebettet in SAP SuccessFactors und somit nicht direkt sichtbar für den End-User. Sie enthalten technische Werkzeuge für Entwickler:innen und Data Scientists, um eigene KI-Lösungen zu bauen, zu betreiben und zu integrieren. Die SAP AI Foundation erstreckt sich über vier Bereiche:

Recruiting-KI-Tools

Starten wir mit den Stellenanzeigen: Stellenanzeigen können so geschrieben sein, dass sich eher männliche oder weibliche Bewerber:innen angesprochen fühlen. Tools wie Textio helfen dabei, dies zu vermeiden und eine inklusive, geschlechtsneutrale Stellenanzeige zu formulieren. Das KI-Tool analysiert in Echtzeit den Sprachstil von Stellenanzeigen, E-Mails oder internen Texten und gibt konkrete Vorschläge zur Optimierung von Ton, Wortwahl, Genderneutralität und Wirkung. Dabei erkennt Textio auch unbewusste Vorurteile (Bias) in der Sprache und hilft, diese zu vermeiden, um breitere Zielgruppen anzusprechen. Besonders im Recruiting-Bereich wird Textio genutzt, um Talente unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft gezielter und fairer anzusprechen. Es kombiniert Sprachwissenschaft mit Machine Learning und lernt kontinuierlich aus Millionen von Textbeispielen.

Außerdem können KI-Tools durch Kennzahlenanalysen dabei helfen, Stellenanzeigen auf den richtigen Kanälen zu platzieren und die Zielgruppe präzise anzusprechen.

Im nächsten Schritt treffen die Bewerbungen im Unternehmen ein, aber die Person, die rekrutiert, hat eventuell (unbewusste oder bewusste) Vorurteile? Wir sind Menschen und das ist normal: sei es der/die ältere Bewerber:in, der/die in den Augen der Recruiter:innen nicht mehr so leistungsfähig sei, wie ein Jüngerer. Oder die Mutter, die ja sowieso wegen den Kindern unflexibel ist und ständig fehlt. KI kann darauf trainiert werden, demografische Merkmale auszublenden und sich rein auf Fähigkeiten zu fokussieren. Diversität und Chancengleichheit lassen sich somit fördern.  Genau diese Funktion nutzt Skillate. Das KI-Tool setzt sich aus einem intelligenten Resume-Parser, der Lebensläufe präzise analysiert und strukturiert, einem Matching-System, das Bewerber:innen mit passenden Stellen verknüpft, sowie eine Chatbot-Funktion für automatisierte Kommunikation mit Kandidat:innen zusammen. Tools wie Zoho Recruit oder Tidio können in diesem Zuge das Bewerbertracking oder die Kommunikation übernehmen.  

Onboarding-KI-Tool

Speziell auf das Onboarding und Wissensmanagement entwickelte Chatbots können dabei unterstützen, häufig gestellte Mitarbeiter:innen-Fragen zu beantworten. Diese müssten für den jeweiligen Zweck mit der unternehmenseigenen Wissensbasis trainiert werden um als Buddys zu fungieren. Mit Tools wie Trello lassen sich außerdem Onboarding-Prozesse automatisieren und strukturieren. Wiederkehrende Abläufe wie Geräteeinrichtung, Schulungen oder Team-Intros lassen sich als Templates anlegen und durch Automatisierungen (z. B. mit Trello Butler) effizient steuern – etwa durch automatische Checklisten, Erinnerungen oder Status-Updates. HR, Führungskräfte und Buddys können gemeinsam am Board arbeiten und so den Fortschritt neuer Mitarbeitender transparent nachverfolgen. Durch integrierte Links, Kommentare und Fristen wird Trello zur zentralen Plattform für ein strukturiertes, konsistentes und kollaboratives Onboarding-Erlebnis.

DER ultimative Tool-Tipp

Welches Tool Sie bei der Arbeit unterstützen kann, ist so unterschiedlich, wie jedes Unternehmen selbst. Bei bestofai.com können Sie die verschiedenen KI-Tools nach Ihren Bedürfnissen filtern, um das passende Tool für Ihre Einsatzzwecke zu finden.

Was gilt es beim Einsatz von KI-Tools zu beachten?

Bei aller Begeisterung für die neuen Möglichkeiten dürfen wir einen entscheidenden Aspekt nicht vergessen: Die ethische Dimension der KI-Nutzung. Die Europäische Union hat mit dem AI-Act bereits einen rechtlichen Rahmen geschaffen, der den Einsatz von KI reguliert und bestimmte Anforderungen an Transparenz und Sicherheit stellt.

Ein kritischer Aspekt im HR-Bereich ist der Umgang mit sensiblen Mitarbeiter:innen-Daten. Es ist unerlässlich, dass bei der Implementierung und Nutzung von KI-Systemen im HR-Bereich höchste Datenschutzstandards eingehalten werden und ethische Grundsätze beachtet werden. Die Transparenz gegenüber den Mitarbeiter:innen bezüglich des Einsatzes von KI und der Verwendung ihrer Daten ist dabei von größter Bedeutung. So sollten sensible Daten niemals in KI-Systeme, wie ChatGPT, eingegeben werden, da diese gespeichert und für das Training verwendet werden können. Ein Beispiel: Ein Recruiter matcht bei ChatGPT die Stellenanforderung mit dem (hochgeladenen!) Lebenslauf, um durch die KI aufzeigen zu lassen, ob Bewerber:innen auf die Stelle passen – ein absolutes No Go, ohne die explizite Zustimmung des Bewerbenden.

Im Kreativbereich sollten Sie das Urheberrecht im Blick behalten. Während KI beeindruckende Entwürfe, Texte oder Musik generieren kann, bleibt die Frage nach der Urheberschaft und dem Schutz geistigen Eigentums. Dieser Punkt ist komplex. Nach aktueller Rechtsauffassung kann nur eine menschliche Schöpfung urheberrechtlichen Schutz genießen. KI-generierte Werke fallen daher oft nicht direkt unter diesen Schutz. Um genau zu sein, generiert KI neue Inhalte aus den Daten, mit denen sie trainiert wurde, d.h. aus bestehenden Werken. Die Gema hat beispielsweise Klage gegen Suno eingereicht und wirft dem KI-Unternehmen vor, bekannte Werke für die Musikgenerierung zu nutzen, ohne die Künstler:innen dafür zu entlohnen.

Und der wichtigste Punkt: Die wahre Magie von KI entfaltet sich erst in der Zusammenarbeit. Die KI generiert Inhalte und analysiert Daten, während der Mensch Empathie, kulturelles Verständnis und strategisches Denken einbringt. KI ist wie ein außergewöhnlich begabter Assistent – sie liefert das Rohmaterial, aber die Seele der Kampagne, die emotionale Resonanz, die kommt immer noch von den Kreativen.

Fazit: HR- und Marketing-Tools als Assistenten

Von Gemini über Descript und Textio bis hin zu SAP Joule – HR-und Marketing-Tools unterstützen Sie bei der Videobearbeitung, beim Stellen-Matching oder in der Bildgeneration. Wichtig: Künstliche Intelligenz ist dabei nicht die Konkurrenz des Menschen – wir können sie als sehr engagierte Mitarbeiter:innen sehen, die immer da sind, wenn wir sie brauchen. Wer jetzt bereit ist, KI mit klaren Leitlinien, ethischem Bewusstsein und dem nötigen Mut einzusetzen, wird nicht nur effizienter, sondern gestaltet aktiv die Zukunft von HR und Marketing. Finden Sie mit bestofai.com das auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene KI-Tool.

Die Autor:innen
KI-Experten
Julia Bäuerle &
Maximilian Spranz
Julia und Maximilian gestalten die Zukunft der Künstlichen Intelligenz bei mmmake.
Als Senior Consultant im Bereich Client Services unterstützt Julia Unternehmen dabei, innovative KI-Potenziale zu erkennen und erfolgreich umzusetzen – mit dem klaren Ziel, nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Maximilian leitet das SAP AI Solutions Team und konzentriert sich auf die Entwicklung und Integration von KI-Lösungen rund um SAP HCM, SAP BTP und SAP SuccessFactors.
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Julia Bäuerle & Maximilian Spranz