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Top-Performance trifft auf Team-Play

03.03.2026
Lesezeit: 5 Min

Einer Studie der Stiftung für Zukunftsfragen zufolge blicken 60% der Bevölkerung unsicher und ängstlich auf das Jahr 2026. Das hängt vor allem mit der politischen, wirtschaftlichen und technologischen Situation sowie den erwarteten Veränderungen zusammen. Denn Veränderungen suggerieren erstmal Herausforderungen, können aber schnell zu Chancen werden. Wer könnte das besser wissen als Sportler:innen? So kommen in der Welt des Sports Rückschläge und Erfolge sehr schnell zum Vorschein – in der Regel heißt es Gewinnen oder Verlieren. Über den positiven Umgang mit genau diesen Herausforderungen sprach der ehemalige Bundestrainer der deutschen Basketballnationalmannschaft, Gordon Herbert, beim “Top-Performer x Team-Player”-Event in der Carl Benz Arena by NICER Spaces GmbH in Stuttgart gemeinsam mit Kim Renkema, Geschäftsführerin der Volleyball Bundesliga, und Markus Gaugisch, Bundestrainer der deutschen Handballnationalmannschaft der Frauen. Denn sowohl Gordon, Kim als auch Markus waren und sind extrem erfolgreich in dem, was sie tun – sei es auf oder neben dem Platz. Dabei haben sie es in ihrer Disziplin jeweils geschafft, eine gewisse Leichtigkeit und Zuversicht beim Angang an Herausforderungen einzubringen, meist getragen von einer klaren Vision.

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Gordon Herbert über die Erfolgskonzepte von Teams und Leadership

Unter dem Motto „Sport meets Business“ übertrug  der ehemalige Bundestrainer der deutschen Basketballnationalmannschaft seine Trainer-Erfahrungen auf Führung, Teamarbeit und Unternehmenskultur.

The pressure can not exceed the pleasure of the journey

Ein zentraler Leitsatz für Gordons Erfolg ist die Balance zwischen Druck und Freude. Sein Credo lautet: „Die Last der Reise darf auf Dauer niemals größer sein als die Lust an der Reise.“ Dahinter steckt die Überzeugung, dass selbst im Hochleistungsumfeld des Profisports Leichtigkeit kein Widerspruch zu Spitzenleistung ist – sondern eine Voraussetzung dafür. Nur wer Freude, Sinn und innere Motivation bewahrt, kann dauerhaft auf höchstem Niveau performen.

Dieses Prinzip lässt sich auch unmittelbar auf den Business-Kontext übertragen. Unternehmen bewegen sich heute in einem Umfeld aus permanentem Wandel und hohem Erwartungsdruck. Wer ausschließlich auf Zielvorgaben, Effizienz und Performance-Kennzahlen setzt, riskiert langfristig Erschöpfung, innere Kündigung und sinkende Innovationskraft. “More pleasure than pressure” bedeutet im Unternehmenskontext nicht weniger Ambition, sondern eine bewusst gestaltete Leistungsumgebung: Eine Kultur, die Motivation fördert, Sinn vermittelt und psychologische Sicherheit schafft. 

Leadership braucht eine Vision und Werte

Erfolg ist kein Glück, sondern das Ergebnis einer klaren Vision. Herbert trat sein Amt mit einem extrem ambitionierten „Drei-Jahres-Plan“ an: Drei Medaillen in drei Jahren. Eine Zielsetzung, die bewusst hoch gegriffen war – nicht als reiner Leistungsdruck, sondern als strategische Orientierung. Entscheidend dabei war, dass die Vision nie isoliert stand. Sie wurde intern durch drei zentrale Grundwerte getragen: Trust, Commitment und Respect.

Diese Werte sind kein schmückendes Beiwerk, sondern das eigentliche Fundament der Performance. Vertrauen schafft die Basis für Offenheit und Zusammenarbeit. Commitment sorgt für Verlässlichkeit und gemeinsames Verantwortungsgefühl. Respekt ermöglicht es, Unterschiedlichkeit produktiv zu nutzen und auch unter Druck stabil zu bleiben.

Genau hier liegt die Parallele zum Business-Kontext. Auch Unternehmen formulieren ambitionierte Ziele und Strategien. Doch Ziele allein erzeugen noch keine nachhaltige Leistung. Ohne ein stabiles kulturelles Fundament laufen selbst die besten Strategien Gefahr, in Silodenken, Widerständen oder Überforderung zu enden. Ein klarer Plan braucht daher immer eine klare Wertegrundlage.

Moderne Führung auf die 1 

Während seiner Zeit bei den Frankfurt Skyliners galt Herbert noch als kompromissloser „Hardliner“ – geprägt von klarer Hierarchie, unbändiger Disziplin und maximaler Leistungsorientierung. Konzepte wie „30 Tage ohne freien Tag“ standen sinnbildlich für einen Führungsansatz, der stark auf Druck, Kontrolle und Durchsetzung setzte.

Heute blickt Herbert differenzierter auf diese Phase. Nicht im Sinne einer Absage an Leistung oder Konsequenz, sondern als Weiterentwicklung seines Führungsverständnisses. Seine zentrale Erkenntnis: Autorität allein erzeugt keine nachhaltige Spitzenleistung.

Stattdessen vertritt er inzwischen die Ansicht, dass der klassische autoritäre Führungsstil ausgedient hat – insbesondere in komplexen, dynamischen Umfeldern. Sein moderner Ansatz ist ruhiger, reflektierter und deutlich empathischer. Leadership definiert er heute als Dreiklang aus Vision, Richtung und Support.

Verschieben Sie daher auch im Business Ihren Fokus:

Weg von reiner Steuerung, hin zur Befähigung.
Weg von Ansagen, hin zu Orientierung.
Weg von Kontrolle, hin zu Vertrauen.

Vertrauenskultur vor Fehlerkultur

Bei der Auswahl von Spieler:innen und Mitarbeitenden hat Herbert eine klare Haltung: Man sollte sich von Menschen trennen, die immer wieder denselben Fehler machen. Aber – und das ist der entscheidende Punkt – man sollte sich auch von denen trennen, die nie einen Fehler machen, da dies auf mangelnde Risikobereitschaft hindeutet. Er bevorzugt daher den Begriff „Vertrauenskultur“ gegenüber der klassischen „Fehlerkultur“. 

Und genau hier liegt die hohe Relevanz für den Business-Kontext. In vielen Unternehmen wird Fehlerfreiheit, bewusst oder unbewusst, noch immer belohnt. Prozesse, Reporting-Strukturen und Führungssysteme fördern oft Absicherung statt Initiative. Das Resultat: geringe Innovationsdynamik, Vermeidung von Entscheidungen und strategische Trägheit.

Eine Vertrauenskultur wirkt diesem Mechanismus entgegen.

Kim Renkema über den Umgang mit Rückschlägen

Die Ex-Volleyballspielerin hatte in ihrer aktiven Zeit teils mit enormen Schmerzen zu kämpfen. Eine Situation, die für viele Athlet:innen nicht nur physisch, sondern auch mental zur Zerreißprobe wird. Und dennoch hatte sie stets den Ruf einer Kämpferin – als Sportlerin, die sich von Rückschlägen nicht entmutigen ließ und auch in schwierigen Phasen ihre positive Haltung bewahrte. Gerade dieses Beispiel macht deutlich, worum es bei Resilienz wirklich geht. Resilienz bedeutet nicht, Belastungen zu ignorieren oder Schwierigkeiten auszublenden. Sie zeigt sich vielmehr in der Fähigkeit, Realität anzuerkennen, ohne sich von ihr lähmen zu lassen. Schmerzen, Druck oder Niederlagen verschwinden nicht, aber der Umgang mit ihnen verändert sich. Der Fokus verschiebt sich von der Belastung selbst hin zur Frage: Wie bleibe ich trotz dieser Umstände handlungsfähig, stabil und konstruktiv?

Diese Perspektive ist nicht nur im Sport entscheidend, sondern auch im Business-Kontext.

So bewegen sich Unternehmen heute ebenfalls in einem Umfeld permanenter Herausforderungen: Transformation, Unsicherheit, steigende Komplexität und operative Spannungsfelder gehören längst zur Normalität. Resilienz zeigt sich hier in der Qualität der Reaktion. 

Markus Gaugisch über die Bedeutung von Veränderung 

Der Bundestrainer der deutschen Handballnationalmannschaft der Frauen bringt es auf den Punkt: Es muss sich ständig etwas verändern. Veränderung ist kein Selbstzweck, sondern ein aktiver Prozess, um Strukturen, Gewohnheiten und Denkweisen zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Wer nur auf Bewährtes setzt, läuft Gefahr, sich selbst zu blockieren – sei es im Sport oder im Business.

Sein Ziel ist es, eine Mannschaft zu formen, „die lebt“. Also Teams, die mehr sind als die Summe ihrer Teile: Menschen, die intrinsisch motiviert, engagiert und flexibel sind. Eine lebendige Mannschaft passt sich an, lernt aus Rückschlägen und bringt ihre Stärken gemeinsam ein – ohne dass der Einzelne seine Persönlichkeit verliert.

Das ist auch übertragbar auf Unternehmen: Erfolg entsteht nicht nur durch starre Prozesse oder strikte Hierarchien, sondern durch Teams, die Initiative zeigen, Ideen einbringen und sich kontinuierlich weiterentwickeln. 

Fazit: Ängste lassen sich lösen 

Selbst Top-Performer haben Ängste – die durch den richtigen Umgang in Potenziale umgewandelt werden können. Wie? Gordon Herbert, Kim Renkema und Markus Gaugisch liefern die Antwort: Setzen Sie in Ihren Teams auf Freude und Vertrauenskultur statt auf Druck, nutzen Sie die Potenziale der Veränderung und bleiben Sie resilient. Und ganz wichtig: Geben Sie den Menschen um sich, wann immer möglich ein gutes Gefühl! 

Der Autor
Director HXM-Transformation
Lucas
Senzel
Motivierend, begeisternd und kreativ – das ist Lucas. Mit seiner mitreißendend Art begeistert er Unternehmen, Mitarbeiter:innen und Arbeitskolleg:innen für HR-Transformation.
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