KI im Marketing einsetzen

KI im Marketing einsetzen: Warum bei null anfangen?

28.09.2026
Lesezeit: 5 Min

Es klingt erstmal wie keine neue News: Unternehmen, die KI im Marketing einsetzen. Texte schreiben, Bilder generieren, Daten analysieren, Prozesse automatisieren – die Liste der Möglichkeiten wird gefühlt jeden Tag länger und länger. Trotz all der Möglichkeiten stellen sich viele Unternehmen dennoch zurecht die Frage: Wenn KI doch so viel kann, wo ist dann eine KI-Lösung, die uns im Arbeitsalltag wirklich weiterhilft?

Zum Beispiel bei einer Produktion.

Kampagnenproduktion: Wenn die Fleißarbeit beginnt

Wer schon einmal eine größere Kampagne produziert hat, kennt das Spiel: Das Key Visual steht, die Idee ist freigegeben und die Fleißarbeit beginnt. Aus einem Motiv werden Social Ads, Banner, Stories, Display Ads und zahlreiche weitere Formate. Bedeutet, immer wieder Elemente von links nach rechts und vielleicht doch wieder zurück nach links zu verschieben, Größen anzupassen, die Gestaltung zu prüfen, zu korrigieren und vieles, vieles mehr.

Könnte diese mühselige Arbeit nicht KI übernehmen? Natürlich. Let’s talk about White-Label-KI.

White-Label-KI: Nicht von der Stange, aber auch nicht bei null

White-Label-KI klingt zunächst nach einem einfachen Prinzip. Dahinter steckt die Idee, eine bereits entwickelte und erprobte KI-Lösung als Basis zu nutzen und sie individuell auf die eigene Marke anzupassen. Das heißt nicht, dass die KI einfach nur ein neues Logo drauf packt und zack, fertig ist das Ding.

Wie wir wissen, unterscheiden sich Unternehmen nicht allein durch ihr Logo, sondern haben ein eigenes Corporate Design, Prozesse, Daten und Systeme. Deshalb lässt sich eine KI-Lösung, die für Unternehmen A funktioniert, nicht einfach eins zu eins auf Unternehmen B oder C übertragen. Was sich aber übertragen lässt, ist die technologische Basis. Statt also jedes Mal wieder bei null anzufangen, kann eine bereits entwickelte und erprobte KI-Lösung als Ausgangspunkt für verschiedene Unternehmen dienen und vom Look and Feel über Prozesse und Daten bis hin zu technischen Anforderungen individuell angepasst und angewendet werden.

Der Vorteil: Unternehmen können auf etwas aufbauen, das bereits funktioniert und dadurch schneller vom ersten Anwendungsfall zum tatsächlichen Einsatz kommen.

Wie das in der Praxis aussehen kann? Gehen wir zurück zum Anfang des Artikels.

Ein Key Visual, ziemlich viele Formate

Hier hatten wir das Beispiel einer Kampagnenproduktion, die manchmal doch aufwendiger ist, als zunächst gedacht. Wenn beispielsweise das Key Visual im Querformat funktioniert, aber nicht ins Hochformat passt. Oder, wenn das Layout zwar auf einem großen Display gut aussieht, aber nicht automatisch als Social Ad funktioniert. Texte, Logos, Produkte und andere Gestaltungselemente müssen also normalerweise händisch neu angeordnet und für jeden Kanal angepasst werden. Bei zehn Formaten ist das lästig. Bei hundert wird es zum echten Produktionsfaktor.

Genau hier setzt unsere Abformat-KI an. Sie nimmt ein bestehendes Key Visual als Grundlage und erstellt daraus automatisiert weitere Assets für unterschiedliche Formate und Kanäle. Und nein, sie macht das Bild nicht einfach kleiner oder größer.

Wie Marketing Teams von KI-Lösungen profitieren

Vielmehr erkennt sie die einzelnen Gestaltungselemente und kuratiert sie passend zum neuen Format. Elemente können so neu positioniert und Größenverhältnisse angepasst werden, während die ursprüngliche Gestaltungsidee und das Corporate Design erhalten bleiben. Damit übernimmt KI einen Teil der Arbeit, der sonst viele manuelle Produktionsschritte erfordert.

Für Marketing Teams bedeutet das vor allem weniger Zeit für wiederkehrende Adaptionen, geringere Kosten und deutlich mehr Geschwindigkeit in der Kampagnenproduktion. Plus (!) Kreative können ihre Zeit endlich wieder stärker dort einsetzen, wo sie den größten Unterschied macht: bei der Idee statt bei Format 37 von gefühlt 823749.

KI im Marketing mehr als effizient einsetzen

Zugegeben, das klingt jetzt erstmal so, als läge der größte Vorteil KI im Marketing einzusetzen, darin, bestehende Prozesse schneller zu machen. Aber nein. Da geht noch was, beziehungsweise deutlich mehr! Denn generative KI kann nicht nur Aufgaben übernehmen, die Menschen bisher manuell erledigt haben. Sie kann auch Möglichkeiten schaffen, die vorher technisch zu aufwendig oder in dieser Form gar nicht denkbar waren.

KI als Markenbotschafter

Ein Beispiel dafür ist unser für Bad Reichenhaller entwickelter KI-Avatar Salty Sam. Ein KI-basierter Genuss-Coach, der direkt über einen QR-Code auf der Salzpackung für Konsument:innen erreichbar ist und Fragen rund ums Kochen, Genießen und Selbermachen beantwortet.

So bleibt eine Produktverpackung nicht einfach eine Verpackung – durch KI wird aus ihr viel mehr: ein neuer Touchpoint, der den Einstieg in einen digitalen Dialog mit der Marke schafft.

Effizienz oder Kreativität? Ja.

Die Abformat-KI und Salty Sam stehen damit für zwei sehr unterschiedliche Möglichkeiten, KI im Marketing einzusetzen. Die eine spart Ressourcen, indem repetitive Arbeit reduziert wird, die andere eröffnet neue kreative Möglichkeiten durch neue Formen der Interaktion und Kommunikation.

Trotzdem braucht natürlich nicht gleich jedes Marketing Team einen KI-Chatbot oder jede Kampagne eine generative KI. Und ein Prozess wird auch nicht automatisch besser, nur weil irgendwo ein Algorithmus eingebaut wurde.

Fazit: Erst das Problem, dann die KI

Vielleicht ist die wichtigste Frage, wenn Sie KI im Marketing einsetzen daher gar nicht: „Welche KI sollten wir einsetzen?“ Sondern eher: „Was kostet uns heute eigentlich zu viel Zeit, Geld oder Nerven?“ Ist es die Produktion unzähliger Kampagnenformate? Ein manueller Prozess, der sich jede Woche wiederholt? Oder eine gute Idee, die schon länger in der Schublade liegt, weil ihre Umsetzung bisher zu aufwendig war?

Ist dieser Use Case gefunden, muss die Lösung wie gesagt nicht zwangsläufig komplett neu entwickelt werden. Schließlich ist die technologische Basis häufig schon da. Und genau das ist der Vorteil von White-Label KI.

KI-Lösungen brauchen mehr als KI

In unserem eigenen Umfeld, innerhalb der Schwarz Gruppe und in Kundenprojekten entstehen bereits unterschiedliche KI-Lösungen, die je nach Anforderung individuell weiterentwickelt werden.

Damit daraus eine Lösung wird, die wirklich zum Unternehmen passt, braucht es allerdings mehr als Technologie allein. Dafür bringen wir bei mmmake drei Welten zusammen, die bei KI im Marketing oft getrennt voneinander gedacht werden:

Gerade bei White-Label KI wird diese Kombination entscheidend. Denn eine bestehende Technologie zu übertragen bedeutet eben nicht, sie einfach neu zu branden. Sie muss zur Marke passen, den konkreten Marketing-Pain lösen und technisch zum Unternehmen passen.

So wird aus einer erprobten technologischen Basis eine individuelle Lösung – ohne jedes Mal wieder bei null anzufangen.

Und wenn die passende Basis noch nicht existiert? Dann entwickeln wir sie gemeinsam.

Also: Was kostet Ihr Marketingteam gerade noch? Zu viel Zeit, Geld oder Nerven?

Let’s make it better.

Der Autor
Head of Business Development
Johannes
Koziol
Johannes ist Head of Business Development und Co-Lead Agency bei mmmake. Mit über sieben Jahre Erfahrung in digitalem Marketing und Beratung verbindet er strategisches Denken mit kreativen Ideen – von Marketing- und Markenstrategien bis hin zu Employer Branding.
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Johannes Koziol