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Meta Verified: Was der blaue Haken bei Instagram und Facebook für Ihr Unternehmen bedeutet

04.08.2023
Lesezeit: 4 Min

Promis haben ihn genauso wie Influencer:innen und bekannte Brands: der blaue Haken bei Instagram und Facebook. Lange Zeit war er kostenlos und ein Zeichen dafür, dass hinter dem Profil kein Fake-Account steckt, sondern ein vertrauenswürdiges Konto mit Relevanz. Jeder, der also einen offiziellen Account erstellt hatte, über eine gewisse Reichweite besaß und einen Verifizierungsprozess durchlief, konnte sein Profil mit dem vertrauenswürdigen Symbol schmücken.

Nun soll es neben dem kostenlosen blauen Haken auch ein monatliches Bezahlmodell geben, mit dem jede:r einen blauen Haken und somit auch mehr Reichweite kaufen kann. Gründe sind der langwierige Verifikationsprozess, der Ressourcen kostet, Umsatzeinbußen und steigende Werbekosten, mit denen Meta zu kämpfen hat.

Bis zu 16,99 Euro kostet das sogenannte Meta Verified-Abo monatlich und ist unabhängig von Bekanntheitsgrad und Follower:innen-Zahl erhältlich. Ziel des Abos sei es laut Unternehmensgründer Mark Zuckerberg, Fake-Profile zu minimieren und die Authentizität und Sicherheit innerhalb der Plattformen zu erhöhen.

Im Februar 2023 wurde das Modell zunächst in Australien und Neuseeland getestet, jetzt folgen weitere Länder – darunter auch Deutschland. Für wen sich das Abo-Modell lohnt, welche Vor- und Nachteile das Ganze hat und wie man sich den blauen Haken holt, das erklärt Content Creatorin Verena Gassmann in ihrem Beitrag.

Welche Kriterien gelten für den blauen Haken bei Instagram und Facebook?

Auch wenn es schon einige in die Testphase geschafft haben oder sich in die Warteliste für das neue Abo eintragen konnten, müssen sich Unternehmen vorerst gedulden. Denn: Meta Verified gilt aktuell nur für Einzelpersonen, da die Verifizierung ausschließlich mit dem echten Namen und einem privaten Porträtfoto als Profilbild funktioniert. Da nahezu alle Brands ihre Marke als Profilnamen angeben, um überhaupt gefunden zu werden, und ihr Logo als Profilbild nutzen, wird eine Verifizierung schwierig.

Das sind die Kriterien für Meta Verified:

Unternehmen können aber aufatmen. In einer „Meta for Creators“-Ankündigung zu Meta Verified heißt es: „Langfristig wollen wir ein Abonnement-Angebot aufbauen, das für alle wertvoll ist, einschließlich Creators, Unternehmen und unsere Community insgesamt.“

Meta Verified vs. Verifizierungszeichen: das sind die Vor- und Nachteile

Das monatlich kündbare Premium-Abo hat im Vergleich zur kostenlosen Variante folgende Vorteile:

Neben dem Meta-Verified-Abzeichen bleibt das ursprüngliche Verifizierungszeichen vorerst bestehen und kann weiterhin von Personen und Unternehmen mit hoher Reichweite und Relevanz beantragt werden. Bedeutet: Einzelpersonen und Unternehmen, die den blauen Haken erhalten möchten, können ihn auch ohne Abo beantragen. Diejenigen, die bereits verifiziert sind und das bekannte blaue Häkchen besitzen, dürfen laut Zuckerberg das Symbol auch weiterhin behalten. Ob es langfristig dabei bleiben wird, ist allerdings unklar. Schon jetzt beschweren sich die User:innen auf Instagram über den kleinen blauen Haken, der keine augenscheinliche Differenzierung zwischen Premium-Abo und kostenlose Verifizierung zulässt. Die meisten fordern daher unter einem Reel von Instagram-Chef Adam Mosseri zumindest eine Anpassung der Farbgebung.

Ein weiterer Standpunkt, den einige Meta Verified-User:innen hervorheben: Die zusätzlichen Leistungen, die mit dem Bezahlmodell einhergehen, hätten keinen spürbaren positiven Effekt. So schreibt eine Userin unter dem Instagram-Post von Socia-Media-Expertin Ann-Katrin Schmitz: „Mit dem privaten Account probehalber gekauft und gleich wieder gekündigt. Mehr Sichtbarkeit konnte man nicht spüren. Der Support antwortete bis heute nicht auf meine Anfrage von vor 6 Tagen.“ Eine andere Userin berichtet: „Ich hab’s ausprobiert, weil ich befürchte, dass alle ohne Haken nach und nach gar nicht mehr ausgespielt werden. Allerdings kann ich bisher keinen Zuwachs an Sichtbarkeit erkennen. Werde es noch ein paar Wochen beobachten…“

Es gibt aber auch einige Stimmen, die mehr Sichtbarkeit wahrnehmen. So erzählt eine Nutzerin: „Teste das noch nicht lange genug aus, um eine valide Antwort geben zu können. Aber gefühlt erhalte ich eine höhere Reichweite.“

Fazit: Lohnt sich das Abo-Modell?

Aktuell befindet sich Meta Verified hierzulande noch in der Testphase. Die Erfahrungen müssen erst zeigen, ob sich das Bezahlmodell bewährt oder nicht. Es lässt sich aber die leichte Tendenz festhalten, dass sich Reichweite und somit die Sichtbarkeit auf den Plattformen kaum oder nur leicht erhöht. Ein großer Vorteil für viele große Creator:innen ist aber der Fakt, vor Fake-Profilen besser geschützt zu sein. Gerade weil Instagram ihr Hauptarbeitstool ist, ist es wahrscheinlich, dass sie in die Plattform investieren und Meta Verified auch langfristig nutzen.

Unternehmen müssen vorerst warten bzw. weiterhin auf eine kostenlose Verifizierung hoffen. Aber auch das wird sich voraussichtlich bald ändern. Spätestens wenn alle Meta Verified nutzen können, wird die kostenlose Variante nach und nach verschwinden. Ob sich das Abo dann für Unternehmen lohnt? Wir haben unsere Social-Media-Expertin Alina Sabatelli gefragt. Ihre Einschätzung: „Hier muss sich jedes Unternehmen für sich die Frage des Mehrwerts stellen. Lohnt sich der Outcome, um monatlich 16,99 Euro zu investieren oder nicht? Auch wenn es eine überschaubare Summe ist, sind es dennoch zusätzliche Kosten. Und ein Garant für mehr Sichtbarkeit oder gar mehr Follower:innen scheint Meta Verified nach ersten Erfahrungen nicht zu sein.“

Also bleibt nur noch: ausprobieren und die eigenen Erfahrungen machen, sobald die Funktion für Unternehmen verfügbar ist.

Die Autorin
Redakteurin & Texterin
Huyen
Tran
Huyen ist im Team Brand & Communication und gestaltet mit ihrem Gespür für Sprache Texte lebendig, ansprechend und wirkungsvoll.
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